ESSI Programmcode

Das Maschinensteuerprogramm im ESSI Format enthält die Werkstückgeometrie und Maschinensteueranweisungen. Es beginnt wahlweise mit '%' und endet mit '/', sonst sind nur die Zeichen '+, -, 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 und CR/LF' erlaubt. Das Programm beginnt immer an der Position 0/0. Die X-Achse ist die Maschinenlängsachse und zeigt nach hinten. Die Y-Achse ist die Maschinenquerachse und zeigt nach links. Anhand der Anzahl der Vorzeichen (VZ) in einer Zeile (einem Satz) unterscheidet man zwischen:

Maschinensteuerfunktion (Hilfsfunktion) (HF) Die Zahl wird als Maschinensteuerfunktion interpretiert (Hilfsfunktion, HF). Die Hilfsfunktionen sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.
Beispiel: '7' (Schneidfunktion einschalten)
erweiterte Maschinen-
steuerfunktion (Hilfsfunktion)
(HF) (VZ) (Wert) Nicht im Standard Essi enthalten. Das Vorzeichen (VZ) darf nicht das erste Zeichen des Satzes sein, sondern muss zwei Zahlen trennen. Die erste Zahl wie oben. Die zweite Zahl ergänzt die Hilfsfunktion, etwa 'Vorschub reduzieren auf .... mm/min' oder 'Verweilzeit .... sek'.
Beispiel: '39+1400' (Programmierte Geschwindigkeit 1400 mm/s)
Strecke (Linearinterpolation) (VZ)(X-Wert) (VZ)(Y-Wert) bestimmt durch relative Bewegung in X-Richtung und relative Bewegung in Y-Richtung. Das erstes Zeichen des Satzes muss '+' oder '-' sein und ist das Vorzeichen des folgenden X-Wertes. Das zweite Vorzeichen trennt den Y-Wert ab. Beide Werte entsprechen 1/10 mm. Wenn durch Hilfsfunktion 82 die Absolutbemaßung eingeschaltet wurde, dann gelten die Werte absolut.
Beispiel: '+300-200' entspricht einer Bewegung 30 mm in X-Richtung und -20 mm in Y-Richtung.
Kreisbogen (Kreisinterpolation) (VZ)(X-Bogenende)
(VZ)(Y-Bogenende)
(VZ)(X-Mittelpunkt)
(VZ)(Y-Mittelpunkt)
(Drehsinn)
Das jeweils erste Zeichen und das letzte Zeichen des Satzes muß ein Vorzeichen ('+' oder '-') sein. Die zu den ersten beiden Vorzeichen gehörenden Zahlen bestimmen den Abstand des Kreisbogenendes zum Kreisbogenanfang in 1/10 mm, die zum dritten und vierten Vorzeichen gehörenden Zahlen bestimmen den Abstand des Kreisbogenmittelpunktes zum Kreisbogenanfang in 1/10 mm. Das letzte Vorzeichen bestimmt, ob der Kreisbogen im Uhrzeigersinn (-) oder entgegen dem Uhrzeigersinn (+) durchfahren wird. Der angegebene Kreisbogenmittelpunkt und Endpunkt müssen zueinander passen, da die CNC den Kreisbogen sonst nicht akzeptiert. Die Kreisbogenmittelpunkttoleranz kann in den Systemdaten der NBS300/400 eingestellt werden.
Beispiel: '+1000+0+500+0-' entspricht einem Halbkreis Radius 50 mm mit Sehne parallel zur X-Achse, entgegen dem Uhrzeigersinn.
Wurde durch Hilfsfunktion 82 die Absolutbemassung gewählt, gelten die Werte für den Kreisbogenendpunkt und Kreisbogenmittelpunkt absolut.


EIA Programmcode

Die Eingabe im EIA-Format ist derzeit nur im Editor möglich. Die Datentrennung in einer Zeile (einem Satz) erfolgt gemäß der EIA-Norm RS-274 durch Kennbuchstaben, ein Beispiel vorab: N001 G01 X1000.0 Y300.0 Es sind folgende Kennbuchstaben möglich: N G X Y I J F M. Es müssen nicht alle Kennbuchstaben in einer Zeile enthalten sein, jedoch ist die Reihenfolge wie oben angegeben zwingend vorgeschrieben. Aufgrund der internen Datenstruktur der NBS300/400 darf ausserdem nur entweder eine G-Funktion oder eine M-Funktion oder die F-Funktion in einer Zeile stehen. Die Kennbuchstaben haben folgende Bedeutung für die nachfolgende Zahl:

N eine vierstellige Zeilenzahl, die jedoch grundsätzlich von der CNC ignoriert wird und deshalb auch nicht eingegeben werden sollte.
Beispiel: N0001
G eine vorbereitende Zahl, welche die Daten im selben Satz näher definiert:
G01 der Satz beschreibt eine Linearinterpolation (Gerade). G01 darf weggelassen werden, wenn im Satz nur eine X- und/oder Y-Koordinate vorkommt.
G02 der Satz beschreibt eine Zirkularinterpolation im Uhrzeigersinn (Kreisbogen rechtsdrehend.
G02 behält seine Wirkung für alle folgenden Sätze bei, welche eine I- und/oder J-Koordinate enthalten und braucht dort nicht mehr eingegeben zu werden. G02 wird durch G03 aufgehoben.
G03 Der Satz beschreibt eine Zirkularinterpolation entgegen dem Uhrzeigersinn (Kreisbogen linksdrehend). G03 behält seine Wirkung für alle folgenden Sätze bei, welche eine I- und/oder J-Koordinate enthalten und braucht dort nicht mehr eingegeben zu werden. G03 wird durch G02 aufgehoben.
X Relative X-Koordinate des Endpunktes bezüglich des Anfangspunktes des Satzes. Beispiel: X128.4 entspricht einer Bewegung nach hinten um 128.4 mm. Y relative Y-Koordinate des Endpunktes bezüglich des Anfangspunktes des Satzes. Beispiel: Y-31.2 entspricht einer Bewegung nach rechts um 31.2 mm.
I Relative X-Koordinate des Kreisbogenmittelpunktes des Satzes bezüglich des Anfangspunktes.
J Relative Y-Koordinate des Kreisbogenmittelpunktes des Satzes bezüglich des Anfangspunktes.
F Reduzierung der Maschinengeschwindigkeit in mm/-min. Beispiel: F600 Die Maximalgeschwindigkeit wird auf 600 mm/min herabgesetzt, kann aber mit dem Vorschubregler noch weiter herabgesetzt werden.
M Es handelt sich um eine Hilfsfunktion, welche nachfolgend beschrieben sind. Tabelle der Hilfsfunktionen für NBS 400 In nachfolgender Tabelle sind alle Hilfsfunktionen sowohl im ESSI-Format als auch (in Klammern) im EIA-Format aufgelistet. Funktionen, welche mit einem * versehen sind, sind im EIA-Format nicht zugänglich.


ESSI und EIA Hilfsfunktionen

ESSI (HF..) EIA Funktion Beschreibung
0 M00 Programm Stopp Die Ausführung des Programms wird unterbrochen und muß manuell wieder in Gang gesetzt werden.
3 ( * ) Alle folgenden Zeichen bis zur HF 4 werden ignoriert. Diese HF funktioniert nicht im Editor.
4 ( * ) Aufhebung der HF 3
5 G05 Eilgang EIN Die Geschwindigkeit wird auf die höchstmögliche Maschinengeschwindigkeit gesetzt und kann auch mit dem Vorschubknopf nicht reduziert werden (zum schnellen Positionieren).
6 G06 Eilgang AUS Hebt HF 5 auf
7 (M70) Schneiden Ein Wirkt nur auf den Autogen-Mittelbrenner. Je nach Auslegung der Maschinensteuerung kann diese Funktion auch auf den Plasmabrenner, Laser etc wirken.
8 (M71) Schneiden AUS Hebt HF 7 auf.
9 (M07) Druckluftmarkieren EIN Der Körner wird eingeschaltet.
10 (M08) Druckluftmarkieren AUS Der Körner wird ausgeschaltet.
11 (M09) Druckluftmarkier-
werkzeugversatz EIN
Die Maschine versetzt den Körner über die Kontur.
12 (M10) Markierwerkzeugversatz AUS Der Mittelbrenner fährt auf die Kontur.
13 (M76) Linker Seitenbrenner EIN Schaltet den linken Seitenbrenner des Dreibrenneraggregats ein
14 (M78) Linker Seitenbrenner AUS Schaltet den linken Seitenbrenner des Dreibrenneraggregats aus
15 (M77) Rechter Seitenbrenner EIN Schaltet den rechten Seitenbrenner des Dreibrenneraggregats ein
16 (M79) Rechter Seitenbrenner AUS Schaltet den rechten Seitenbrenner des Dreibrenneraggregats aus
29 (M67) Schnittfugenkompensation
nach LINKS
Die CNC berücksichtigt den beim Schneidvorgang entstehenden Materialabbrand durch entsprechende Korrektur der Bahnkontur nach links. Die Kompensation sollte vor dem Schneiden eingeschaltet und nach dem Schneiden ausgeschaltet werden. Die Breite der Schnittfuge muss vom Bedienungsmann vor dem Programmstart eingegeben werden. Wenn der Hilfsfunktion durch ein '+' getrennt eine weitere Zahl folgt, dann bestimmt diese den Wert der Kompensation in 1/10 mm unabhängig von dem durch den Bedienungsmann vorgegebenen Wert. Diese Funktioneerweiterung wird nur vom Essi-Format unterstützt.
30 (M68) Schnittfugenkompensation
nach RECHTS
Die Funktionsweise entspricht HF 29.
38 (M69) Schnittfugenkompensation AUS Die Schnittfugenkompensation wird ausgeschaltet.
39 (F..) Programmierte Geschwindigkeit Die Maximalgeschwindigkeit wird auf einen in der NBS300/400 festgelegten Wert reduziert. Wenn (im ESSI-Format)durch ein '+' getrennt eine weitere Zahl in diesem Satz folgt, dann bestimmt diese die neue Maximalgeschwindigkeit in mm/min. Die programmierte Geschwindigkeit wirkt nur bei Programmlauf vorwärts. Die Geschwindigkeit kann mit dem Potentiometer zwischen 0 und 120% der programmierten Geschwindigkeit variiert werden. Der Bereichsumschalter ist bei programmierter Geschwindigkeit ohne Einfluss. In der Anzeige erscheint der eingestellte Wert.
41 (G04) Verweilzeit Die Bearbeitung wird für eine in der NBS300/400 festgelegte Zeitdauer unterbrochen und dann automatisch fortgesetzt.
Wenn (im Essi-Format) durch ein '+' getrennt eine weitere Zahl in diesem Satz folgt, dann bestimmt diese die Zeitdauer in Sekunden. Im EIA-Format wird die Zeitdauer in Millisekunden nach dem Kennbuchstaben 'X' angegeben.
43 (M65) Schneidsauerstoff AUS Die Heizung wird mit dieser Funktion nicht ausgeschaltet. (Maschinenabhängig)
45 (M72) Abstandsregler EIN Die Automatische Düsenabstandsregelung wird eingeschaltet. Erfolgt sinnvollerweise vor HF7 (Schneiden EIN).
46 (M73) Abstandsregler AUS Die Automatische Düsenabstandsregelung wird ausgeschaltet und die Brenner angehoben. (Maschinenabhängig)
HF46 folgt sinnvollerweise nach HF8 (Schneiden AUS).
48 (M62) Höhenregler ohne
Heben AUS
Schaltet die automatische Höhenreglung aus, ohne die Brenner anzuheben
51 (M63) Tangentialsteuerung EIN Nur für drehbare Werkzeuge.
52 (M64) Tangentialsteuerung AUS Nur für drehbare Werkzeuge.
53 (M22) Plasmabrenner EIN Maschinenabhängig wird hierzu auch HF7 verwendet.
54 (M23) Plasmabrenner AUS Maschinenabhängig wird hierzu auch HF8 verwendet.
62 (M66) Programmnullpunkt Die Maschine fährt auf direktem Wege zum Startpunkt des Programms zurück. Im Editor erscheint eine HF62 immer als Linearinterpolation mit 'variablem' Endpunkt, der grundsätzlich in den Absolutkoordinaten (0,0) liegt.
63 (M02) Programmende
66 ( * ) Beginn Wiederholung Alle Sätze vor HF66 werden nur beim ersten Programmdurchlauf ausgeführt. Anwendung bei Einzelteilen, die im automatischen Wiederholmodus geschnitten werden sollen. Der erste Eilgang von der Plattenecke oder die Sequenz 29-45-7 bei Kettenschnitten können bei Programmwiederholung ausgeblendet werden.
67 ( * ) Ende einer
Programmschleife
Nur in Makrodateien definiert.
68 ( * ) Beginn einer
Programmschleife
Nur in Makrodateien definiert.
81 (G91) Relativbemassung Alle nachfolgenden Geometriedaten sind Relativmasse. Wenn im Programm keine HF82 steht, dann sind alle Maße des Programms Relativmaße.
82 (G92) Absolutbemassung Alle nachfolgenden Geometriedaten sind Absolutmaße.
110 (M11) Pulvermarkieren EIN Das Tanakawerkzeug wird eingeschaltet.
111 (M12) Pulvermarkieren AUS Das Tanakawerkzeug wird ausgeschaltet.
114 (M13) Werkzeugversatz
Pulvermarkierer EIN
Das Pulvermarkierwerkzeug wird auf die Kontur gefahren. Das Ausschalten des Versatzes erfolgt mit der Hilfsfunktion 12 (M10).
135 ( * ) Anzahl Brenner Der Hilfsfunktion muß, durch ein ´+´ getrennt, eine Zahl folgen, die die Anzahl der zu verwendenden Brenner angibt. Die HF135 muß unmittelbar vor HF136 stehen. Die HF135 kann nur in Verbindung mit einer Wagenpositionierung verwendet werden.
136 ( * ) Brennerabstand Der Hilfsfunktion muß, durch ein ´+´ getrennt, eine weitere Zahl folgen, die den Abstand der aktiven Brennerwagen in 1/10 mm vorgibt. Die HF136 kann nur in Verbindung mit einer Wagenpositionierung verwendet werden.


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